Fördermöglichkeiten der Zirkuspädagogik

Ganzheitliche Förderung mit dem Schwerpunkt im motorischen und sozial-emotionalen Bereich.


Der Förderbereich Zirkus ist ganzheitlich ausgerichtet.

Er bietet Kindern vielfältige Möglichkeiten, wertvolle Erfahrungen in allen Kompetenzbereichen zu erwerben. Die Entwicklung körperlicher Fähigkeiten als Grundlage für die geistig-seelische und kognitive Entwicklung wird durch das Ansprechen unterschiedlicher Sinne und das Lernen durch unmittelbar Erfahr- und Erlebbares gefördert.

Die Akrobatik bietet hervorragende Fördermöglichkeiten im Bereich Sozialkompetenzen und der seelisch-geistigen Entwicklung. Es muss getragen und ertragen werden, die eigene Mitte zu gunsten einer neuen gemeinsamen Mitte aufgegeben werden, verantwortungsvoll und verlässlich miteinander umgegangen werden. Kommunikation, Kooperation und Vertrauen sind hier unverzichtbar. Darüberhinaus lernt jeder Einzelne seine Kraft dosiert ein zu setzen und Körperspannung auf zu bauen und zu halten.

Balancierkünste wie z.B. Einrad, Slackline, Rola Bola und Stelzen  lassen uns die innere Mitte und das Gleichgewicht  finden, spüren und stärken. Wir  müssen Ängste überwinden, Vertrauen in das eigene Körpergefühl entwickeln und unsere sicher Umgebung  zugunsten eines neues Gleichgewichts verlassen. Hierbei dürfen wir uns nicht auf den wackeligen Grund konzentrieren, sondern unseren Blick auf ein Ziel in der Ferne richten. Auch diese Erfahrung kann uns im Leben als Methapher dienen, um schwierige Situationen zu meistern.

Die Jonglage mit Tüchern, Bällen, Keulen sowie Teller drehen und Diabolo spielen, lehren uns ein weiteres übertragbares Grundmotiv fürs Leben: Im Rhythmus liegt die Kraft, bzw. Leichtigkeit. Durch jonglieren wird zudem die Körperwahrnehmung, Motorik und Koordination geschult und das Konzentrationsvermögen gestärkt. Die Überkreuzbewegung beim jonglieren verknüpft die beiden Hirnhälften stärker miteinander und fördert so die kognitive Entwicklung, hin zum vernetzten Denken.

Improvisieren, bzw. Clownspielen kommt dem kindlichen Rollenspiels sehr nahe, unterscheidet sich aber doch stark in der Intention. Während im Rollenspiel "reale Rollen" eingeübt werden, beinhaltet die Clownrolle Unangepasstheit, Andersartigkeit, und unkonventionelle Betrachtungsweisen. Die kindliche Neugier und Spielfreude finden hier Einsatz um Gefühle differenziert wahrzunehmen und aus drücken zu lernen

Weitere  Künste wie z.B. Tanzen, Zaubern und Seifenblasen formen,  u.v.m.  bieten weitere vielfältige Fördermöglichkeiten.

Auch Sach- und Materialerfahrungen werden durch den Umgang mit verschiedenen Jongliermaterialien gesammelt. So können z.B. physikalische Gesetze hautnah erlebbar gemacht werden, wenn es darum geht, den Poi in der „richtigen“ Bahn zu schwingen.

Beim gemeinsamen Erarbeiten von Nummern oder dem gegenseitigen Unterstützen zum Erlernen von Tricks werden Sozialkompetenzen wie Kooperation, Vertrauen und Kommunikation intensiv gefördert. Hierdurch gelingt es, ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen und sowohl den Einzelnen als auch die Gruppe im Bereich Sozialkompetenz zu stärken.